Über Hochzeitsvideos

Im Gegensatz zur Hochzeitsfotografie hat sich bei Hochzeitsvideos nie ein wirklich professioneller Markt gebildet. Am Medium kann es nicht liegen: Kinos sind gut besucht – Fotoausstellungen eher nicht. Es scheint also einen Bedarf an bewegten Bildern zu geben. Warum nicht bei Hochzeitsvideos?

Ein wichtiger Grund: Filmemachen ist aufwendig. Noch vor wenigen Jahren waren sowohl personeller, technischer als auch finanzieller Aufwand für einen professionellen Film für Privatpersonen kaum leistbar.

Diese Situation hat sich zum Glück geändert. Zwar ist ein Film immer noch mit wesentlich mehr Aufwand als Fotos verbunden, aber die Technik ist kleiner und kostengünstiger geworden. Unscharfe VHS-Bilder sind passé. Heute sind Hochzeitsvideos in kinotauglicher Qualität ohne Weiteres realisierbar.

Aber Hochzeitsfotos schaut man sich immer wieder an – einen Hochzeitsfilm höchstens zum Hochzeitstag?

Früher war es tatsächlich mühsamer, einen Hochzeitsfilm anzusehen. Da mußte man erst die VHS-Kassette oder DVD aus dem Schrank kramen, in den Player einlegen und eine Weile warten, bis der Film losging. Und da die früheren Hochzeitsfilme oftmals weder in der Bild- und Tonqualität, noch im Tempo überzeugen konnten, quälte man sich mehr schlecht als recht durch den Abend.

Heute sieht das etwas anders aus: dank Online-Streaming und videofähigen Smartphones und Tabletts kann der eigene Hochzeitsfilm jederzeit und überall ohne Wartezeit abgerufen werden. Damit können Hochzeitsfilme genau so oft und gerne angesehen werden, wie die Hochzeitsfotos.

Woran erkennt man nun gute Hochzeitsvideos?

1. Mehrere Kameras

Ein wichtiges Kriterium ist die Zahl der eingesetzten Kameras. Ein Film lebt vom Wechsel der Einstellungen. Das Auge verlangt alle paar Sekunden ein neues Bild, ansonsten setzt Langeweile ein. Wenn ein Hochzeitsvideo nur mit einer Kamera gefilmt wird, dann erhält man lange Einstellungen, die schnell ermüden. Zwar wäre es möglich, die Kamera ständig umzustellen, aber dann verpasst der Filmemacher unweigerlich einen großen Teil der Aktion.

Daher sollte ein Hochzeitsvideo an den entscheidenden Stellen, insbesondere während der Trauung, mit mehreren Kameras gleichzeitig gefilmt werden. Die Kameras können heutzutage auch ferngesteuert arbeiten, so dass man nicht unbedingt ein Team aus mehreren Kameraleuten benötigt (dennoch erhöht sich die Qualität der Aufnahmen, wenn jede Kamera einen eigenen Kameramann hat).

2. Bewegte Kamera

Auch bei der Arbeitsweise der Hochzeitsfilmer gibt es Unterschiede: ein Kameramann, der den ganzen Tag aus der Hand filmt, wird einen ziemlich verwackelten Hochzeitsfilm abliefern. Ein Kameramann, dessen Kamera den ganzen Tag auf ein Stativ geschraubt ist, wird zwar ruhige, aber recht statische Bilder abliefern. Wichtig ist hier, dass es eine gute Mischung aus ruhigen und bewegten Szenen gibt. Für die bewegte Kamera sollte auf jeden Fall ein Stabilisierungssystem verwendet werden (Steadicam, Gimbal).

3. Tonqualität

Ein ganz besonders wichtiger Punkt ist der der Ton. Das Publikum toleriert Mängel in der Bildqualität, aber ein unverständlicher Ton lässt die schönsten Bilder unerträglich werden. Viele Anbieter von Hochzeitsfilmen zeigen auf ihren Webseiten lediglich Beispielfilme, bei denen der Originalton komplett fehlt und mit Musik unterlegt ist. In solchen Fällen ist Mißtrauen angebracht. Guter Ton erfordert einigen Aufwand, den nicht jeder Anbieter leistet. Ein Mikrofon an der Kamera nützt meistens wenig. Wenn man wirklich verstehen möchte, was im Film geredet wird, müssen die Mikrofone näher ran. Bei Hochzeitsfilmen ist das in den meisten Fällen mit Ansteckmikrofonen am leichtesten zu realisieren. Bei mir sind solche Ansteckmikrofone daher Standard.

4. Schnitt

Wenn Sie ins Kino gehen und überlegen, welchen Film Sie anschauen wollen: achten Sie dann auf die Filmlänge? Frei nach dem Motto: je länger der Film, desto mehr bekomme ich für mein Eintrittsgeld?

Wohl eher nicht. Beim Film gilt: kürzer ist besser. Und aufwendiger. Einen langen Hochzeitsfilm zu machen ist keine Kunst. Man hält einfach immer drauf und klebt einfach alle Aufnahmen hintereinander. Wie der Spannungsbogen und die Dramatik eines so „geschnittenen“ Hochzeitsvideos aussieht, kann sich jeder selbst überlegen. Die Kunst des Cutters liegt nun darin, aus vielen Stunden Filmmaterial nur die interessanten Stellen herauszusuchen, die die Geschichte voranbringen.

Eine Hochzeit dauert nur einen Tag. Wenn man daraus ein Hochzeitsvideo in Spielfilmlänge schneidet, geht das nur, wenn man die interessanten Momente mit Füllmaterial streckt. Möchte man sehen, wie alle Gäste ihre Autos parken und den Weg zur Kirche gehen? Möchte man minutenlang zusehen, wie die Hochzeitsgesellschaft beim Gruppenfoto wartet, weil die Oma erst geholt werden muß? Möchte man wirklich jede Rede in voller Länge wiedersehen und sich im Film ein halbes Dutzend mal zuprosten lassen?

Wir haben uns daher für unsere Hochzeitsfilme einen ganz anderen Weg überlegt. Unser Stil ist cineastisch geprägt. Wir wollen Filme machen, die bewegen und, wie man in Hollywood sagt, „larger than life“ sind. Unser Ziel ist nicht das Offensichtliche wiederzugeben, sondern die Emotionen des Hochzeitstages perfekt einzufangen.

Unsere Kameras sind äußerlich nicht so groß. Kunden, die uns anhand der Größe der Kamera beurteilen, werden wir nicht bekommen.

Unsere Kameras sind innerlich groß: wir arbeiten nur mit Großformatsensoren. Dadurch erhalten unsere Filme den begehrten Kinolook. Unscharfe Hintergründe, hoher Kontrast und filmische Farbwiedergabe lassen unsere Firma aussehen wie eine Hollywood-Produktion.

Ebenfalls arbeiten wir ausschließlich mit mehreren Kameras. Durch die Kombination verschiedener Blickwinkel lässt sich ein abwechslungsreicher und interessanter Film gestalten. Dennoch halten wir unser Team klein. Nur 2-3 Personen, davon einer hauptsächlich für den Ton zuständig, sorgen dafür, dass wir im Hintergrund bleiben und von den Gästen kaum bemerkt werden.

Wir werden gelegentlich gefragt, warum wir keine unterschiedlichen Stundenpakete anbieten. Dahinter steht die (richtige) Überlegung, dass die Arbeitszeit Geld kostet und ein 6-Stunden-Einsatz daher entsprechend kostengünstiger sein sollte als ein 8-Stunden-Einsatz, und ein 10-Stunden-Einsatz entsprechend teurer.

Betrachtet man die reine Arbeitszeit vor Ort, stimmt dieser Gedanke. Doch in einem Hochzeitsfilm steckt unendlich viel mehr. Neben dem eigentlichen Hochzeitstag benötigen wir mindestens einen Tag für die Planung und Vorbereitung: Besprechung mit dem Brautpaar, Vorbesichtigung der Location, Vorbereitung des Equipments, Packen, Beladen des Fahrzeugs, etc.

Nach der Hochzeit beginnt die eigentliche Arbeit: das Material muß überspielt werden, die Daten müssen gesichert werden und danach wird jeder einzelne Clip angeschaut, bewertet und verschlagwortet. Die Clips der unterschiedlichen Kameras und Tonspuren müssen synchronisiert werden, dann beginnt der eigentliche Filmschnitt, der viele Arbeitsstunden in Anspruch nimmt. Musik wird ausgesucht und lizenziert, der Tonschnitt wird hergestellt, und am Ende wird der Film in den Händen eines Coloristen zum finalen Produkt „gefinished“. Dann werden nur noch die verschiedenen Größen ausgespielt, und das fertige Produkt erstellt.

Neben dieser aufwendigen Arbeit haben wir Kosten für Equipment, Büro, Fahrzeuge, Werbung, Versicherungen, Steuern usw.

Und wir verbringen viel Zeit damit, uns zu verbessern – sei es durch Fortbildungen, Workshops, Bücher, Filmanalysen.

All dies spielt bei der Kalkulation zusammen, und da wird schnell klar: auf ein, zwei Stunden mehr oder weniger am Hochzeitstag kommt es nicht an.

Für uns ist es wichtig, dass der Film gelingt, und dazu müssen wir alle Aufnahmen im Kasten haben, die wir zum Erzählen der Story brauchen. Daher sind wir den ganzen Tag dabei.

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