Worauf achten bei Hochzeitsvideos?

wImmer mehr Brautpaare wünschen sich ein Hochzeitsvideo. Anbieter gibt es viele. Aber wie beurteilt man nun die Qualität eines Hochzeitsvideos? Im Folgenden möchte ich ein paar Tipps dazu geben.

  1. Demofilme: als allererstes sollte der Anbieter natürlich einige Beispiele seiner Arbeit online zeigen. Wer keine Filme auf seiner Webseite hat, hat vermutlich keine Erfahrung mit Hochzeiten. Eine Hochzeit ist aber auch für erfahrene Filmemacher eine anspruchsvolle Herausforderung. Manche Anbieter entschuldigen sich damit, dass sie keine Genehmigung der Brautpaare zur Veröffentlichung haben. Das mag ja sein, aber es stellt sich die Frage, nach dem Warum. Vielleicht gefällt den Brautpaaren ihr Film einfach nicht?
  2. Erzählstil: ein guter Hochzeitsfilm ist nicht langweilig und berührt auch Unbeteiligte. Ein Hochzeitsfilmer, der die Kunst des filmischen Erzählens nicht beherrscht, wird nur eine langweilige Abfolge von Einstellungen ohne wirklichen Spannungsbogen vorweisen. Man weiß ja, wie die Hochzeit ausgeht – kann der Hochzeitsfilm einen trotzdem überraschen?
  3. Technische Qualität. Bei allem technischen Fortschritt stellt eine Filmproduktion nach wie vor hohe Ansprüche an das Können der Personen hinter der Kamera. Bei einer Hochzeit gibt es viele Hindernisse: nichts kann wiederholt werden, die Zeit ist knapp, Licht und Wetter nicht immer optimal, die Kamera soll nicht im Weg stehen, der Fotograf rennt vor die Linse… Trotzdem sehe ich in Hochzeitsfilmen immer wieder Fehler, die Profis nicht passieren sollten. Einige Beispiele:
    1. Schärfe: kann der Kameramann das Bild jederzeit auf das Motiv scharfstellen, oder wandert die Schärfe hin und her?
    2. Belichtung: das Bild sollte weder zu hell noch zu dunkel sein. Falsche Belichtung lässt sich bei Videos nur begrenzt im Nachhinein korrigieren.
    3. Farbe: die Farben sollten stimmig sein, auch von Szene zu Szene. Wenn mehrere Kameras benutzt wurden, sollten alle die gleichen Farben zeigen.
    4. Bildstand: Verwackelte Bilder haben in professionellen Filmen nichts zu suchen.
    5. Ton: ganz wichtig! der Ton sollte klar verständlich sein, ohne Rauschen oder Hall. Viele Videografen zeigen nur Demofilme ohne Ton – Vorsicht! Tonaufnahme ist ein komplexes Thema, und viele Hochzeitsvideo-Anbieter haben weder das Know-How noch die notwendige Technik. Ein Mikrofon auf der Kamera reicht bei Weitem nicht aus, um eine saubere Tonspur zu bekommen.
    6. Musik: die Musik sollte die Stimmung des Films untermalen. Bekannte Musikstücke – beliebt ist z.B. „A Thousand Years“ – sind aus urheberrechtlichen Gründen in der Regel nicht legal nutzbar. Dies kann den Auftraggeber, also das Brautpaar, teuer zu stehen kommen. Daher sollte nur lizensierte Musik benutzt werden. Diese ist in sehr unterschiedlicher Qualität erhältlich. Ist die Musik eintönig, oder werden mehrere, hochwertig produzierte Musikstücke verwendet?
  4. Länge. Ein Hochzeitsvideo sollte nicht zu kurz und nicht zu lang sein. Jede Hochzeit ist individuell und lässt sich nur schwer in eine feste Filmlänge pressen. Ein Beispiel: Hochzeit A findet im Standesamt statt. Die Standesbeamtin hält eine kurze Rede, danach werden die Ja-Worte ausgetauscht, und nach kurzer Gratulationspause geht es direkt zum Sektempfang und danach zum Essen. Es gibt einen Eröffnungstanz und eine Hochzeitstorte, und danach wird getanzt.
    Hochzeit B heiratet in der Kirche. Der Gottesdienst dauert eine Stunde. Es gibt eine Predigt, Fürbitten, eine Sängerin, und ein Eheversprechen. Später am Abend halten der Vater der Braut, die Mutter des Bräutigams und die Trauzeugen launige Reden. Nachmittags werden Luftballons steigen gelassen, am Abend gibt es noch einige Spiele und nachts ein Überraschungs-Feuerwerk.
    Beide Brautpaare haben einen Videografen gebucht, der einen 60-Minuten-Film anbietet. Welcher der beiden Filme wird wohl ziemlich langatmig werden?
    Feste Laufzeiten machen keinen Sinn. Der Film sollte alle wichtigen Momente beinhalten, ohne langweilig zu werden.
    Ein sogenannter Highlight-Film darf sogar einiges weglassen. Hier sind nur die allerschönsten Momente in knapper Form zu sehen.
  5. Fotos. Fotos? Warum noch einen Fotografen buchen, wenn der Filmemacher ebenfalls die Hochzeitsfotos machen kann? Fast jeder Kameramann hat als Fotograf begonnen. An Filmschulen ist es sogar Pflicht, eine Fotostrecke zur Bewerbung einzureichen. Die meisten Brautpaare werden sich zuhause nur einige Portraits und Familienfotos aufhängen. Wenn man den ganzen Tag als Film hat, braucht man den Fotografen daher nicht mehr als 1-2 Stunden. Der Kameramann kann diese Bilder ebenfalls machen.


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